Mir ging es einmal gut ........

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  • Hallöchen,


    Also, vor vielen Jahren ging es mir wirklich gut, ich hatte Familie, einen Job, wo ich wirklich gut verdiente, der mir Spaß machte, ich konnte mir alles leisten, was ich wollte. Leider fing mich dann irgendwann der Teufel Alkohol ein. Ich verlohr meinen Führerschein, meinen Job. Die Familie blieb, doch nicht lange, trotz eines Suizidversuches von mir. Doch einige Jahre später reichte meine Frau die Scheidung ein, ich war ja jeden Tag zu hause, aber ich konnte mir nicht mehr alles leisten. Dann folgten zwei Jahre auf der Straße, die mich geprägt haben, und mir das wirkliche Leben gezeigt haben. Dann habe ich es wieder geschafft, eine Wohnung zu bekommen, nach einiger Zeit lernte ich auch meine jetzige Frau kennen. Doch leider wurde ich im Job und in der Ortschaft dermaßen gemobbt, daß ich wieder einen Suizidversuch unternommen habe, was mich mit einen Klinkaufenthalt und einer Reha belohnte. Wir sind dann aus dieser Gegend weggezogen. Haben von Null ganz neu in einer fremden Gegend angefangen. Wir sind aufs Land gezogen, wo wir die Ruhe sehr schätzen. Doch leider wurde ich dort auch voriges Jahr im Job dermaßen niedergemacht und auch teilweise gemobbt, wo sich wieder gewisse Gedanken einstellten. Da habe ich gemeinsam mit meiner Frau die Notbremse gezogen, und wir sind zum Arzt gegangen, der mich gleich krankgeschrieben hat und auch die notwendigen Schritte eingeleitet hat. Mir ist es wirklich saumäßig gegangen, trotz ambulanter Therapie und Gesprächstherapie, doch irgendwann begann ich über mich nachzudenken. Nachzudenken, was ich möchte, wer ich bin. Ich habe dann meinen Job geschmissen.


    Heute habe ich einen neuen Job, und ich habe wieder meine innere Ruhe, und schätze die Dinge, die wir geschaffen haben, mehr denn je. Auch der Resepekt den Menschen gegenüber ist gestiegen und auch die Liebe zu meiner Frau, die die ganze Zeit mir beigestanden hat, und auf die ich mich immer voll und ganz verlassen konnte und auch noch kann. Heute weiß ich was ich am Leben habe, was ich möchte, und kann auch sagen, was ich nicht möchte, und was mir nicht guttut, und alleine das ist es, was mir auch guttut. Ich habe materiell nicht mehr soviel wie vor vielen Jahren, aber ich brauche es auch nicht mehr, wozu auch? Ich habe das Leben für mich wieder schätzen und lieben gelernt, und ich denke, das ist mehr als alles andere auf der Welt.


    Ich danke Euch fürs zuhören, ich wollte dies nun mal loswerden.


    liebe Grüße


    Streamliner

  • Lieber Streamliner,


    eine traurige aber zugleich auch positive Geschichte. Ich freue mich, dass du die Kurve gekriegt hast. Magst du uns denn noch erzählen, warum es dir noch vor ein paar Tagen sehr schlecht ging und du deshalb das Forum verlassen wolltest. Es ist schön, dass du deine Meinung geändert hast. Was hast du gutes erlebt und was könntest du tun, damit es auch längerfristig so bleibt ?


    Deine Nele

    Wir leben zu sehr in der Vergangenheit, haben Angst vor der Zukunft und vergessen dabei völlig, die Gegenwart zu genießen.


    Autor unbekannt

  • Hallöchen Nele,


    danke für deine lieben Zeilen.


    Ich möchte deine Fragen gerne beantworten. Warum es mir schlecht ging? Mir ist einfach alles zuviel geworden, habe wirklich niemanden sehen wollen und auch nicht im Forum mehr sein. es war schon eine ziemliche Qual für mich, mehrmals am Tag mit meinen Hund rauszugehen, bzw, einkaufen zu fahren, denn da waren ja auch dann wieder andere Leute. Ich wollte einfach nicht mehr, manche Tage habe ich mich vollkommen aufgegeben, aber dann kam der Gedanke wieder durch, daß kann ich meiner Frau nicht antun, sie ist wirklich so eine liebe, fleißige und nette Person und hat auch schon so einiges hinter ihr.


    Was ich gutes erlebt habe? Ich kann es ehrlich nicht sagen, es war in dieser Zeit, wo ich viel über mich nachgedacht habe, und mir bewußt geworden bin, was ich erreicht habe, und was ich habe, und auch wohin ich möchte, bzw. wie ich leben möchte, oder auch, was ich in der nächsten Zukunft erreichen möchte, bzw. tun will. Mehr nicht. Und das ist alles überschaubar, und auch nachvollziehbar und nichts, was nicht errreichbar sein sollte, denn eine Niederlage würde mich wieder runterziehen.


    liebe Grüße


    Streamliner

  • Lieber Streamliner,


    ich freue mich für dich und es ist wirklich toll. Aber du weißt selbst, es steht schon auf wackligen Beinen. Hast du Hilfe, machst du eine Therapie ? Das könnte sich nur positiv auswirken und dich unterstützen. O+O Mach weiter so :thumbup:


    Deine Nele

    Wir leben zu sehr in der Vergangenheit, haben Angst vor der Zukunft und vergessen dabei völlig, die Gegenwart zu genießen.


    Autor unbekannt

  • Lieber Streamliner,


    danke für den Einblick in dein Leben. Das ist sehr beeindruckend.

    Ich wünsche dir, dass der neue Job zu dir passt und du dort positives Feedback und Anerkennung erhältst.


    Alles Liebe

    Semi

    Manchmal ist das Einzige was zählt, dass ich nicht nachdenke, sondern vergesse | Rosenstolz